Sinn-volle Geschichten 3

99 Weisheiten, Erzählungen und Zitate, die berühren und inspirieren

ISBN 978-394-056293-7
Preis: 9,80 €
inkl. 7% MwSt.

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Sinn-volle Geschichten 3:
99 Weisheiten, Erzählungen und Zitate, die berühren und inspirieren.

 

Dieses Buch ist eine Fundgrube für besondere Menschen, die sich gerne auf einfache und nachhaltige Weise von Geschichten berühren lassen wollen. Sie finden viele alte Weisheiten, wunderschön in Geschichten verpackt, sowie eine bunte Mischung für viele Lebensbereiche und fürs Herz. Ein aufwändiges Stichwortverzeichnis erleichtert das Finden von passenden Texten für viele Gelegenheiten und Situationen. Sie können mit diesem Büchlein auch die Ihnen wertvollen Menschen mit Sinnvollen Erzählungen inspirieren. Daher ist diese Sammlung auch ideal zum Verschenken.

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4 Bewertungen für Sinn-volle Geschichten 3

  1. Den Band 3 dieser „Sinn-vollen Geschichten“ bekam ich von einer guten Freundin geschenkt. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch gar nicht, dass es sowas beeindruckend es gibt. Mit Herzenswärme ausgesucht und geschrieben!

  2. Habe heute Mittag den Band 3 von Gisela Riegers Sinnvollen Geschichten bekommen und bin sofort eingetaucht. Das Büchlein ist sehr inspirierend und total emotional. Habe es einmal komplett gelesen und bin dann in die mich am meisten ansprechenden Geschichten eingetaucht. Nach kurzer Einwirkzeit haben die Essenzen nur so gesprudelt. Die zahlreichen hübsch verpackten Beispiele sind für die Sinne und 1:1 in das reelle Leben übertragbar. Das Buch ist ab sofort mein Reisebegleiter während meiner zahlreichen Geschäftsreisen.

  3. Für mich ist Band 3 die absolute Krönung! Tiefgründig, fesselnd, leicht zu lesen und dennoch etwas mehr spirituell angehaucht.
    Diese Bücher sind ein ideales Mitbringsel über das sich Jung und Alt sehr freut. 🙂

  4. Wie auch die Bände 1 und 2 ist dieses Büchlein eine Schatztruhe, gefüllt mit wunderbaren, sinnigen Geschichten.
    Ich verwende in meiner therapeutischen Arbeit sehr gerne Geschichten oder Metaphern, da sich die Menschen dadurch
    berühren lassen und so eine Veränderung der Sichtweise ermöglicht werden kann.
    Außerdem sind die Geschichten wunderbar, um sich selbst beim Lesen im Herzen und in der Seele berühren zu lassen, oder einfach einem lieben Menschen zu schenken. Die Weisheit in den Geschichten lässt sich wunderbar in Alltagssituationen integrieren.

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Der wahre Wert des Rings

Ein junger Mann ersuchte einen Weisen um Hilfe. „Meister, ich bin gekommen, weil ich mich so wertlos fühle, dass ich überhaupt nichts mehr mit mir anzufangen weiß. Man sagt, ich sei ein Nichtsnutz, was ich anstelle mache ich falsch, ich sei ungeschickt und dumm noch dazu. Meister sagt mir, wie kann ich ein besserer Mensch werden? Was kann ich tun, damit die Leute eine höhere Meinung von mir bekommen?“
Der Meister zog einen Ring vom kleinen Finger seiner linken Hand, gab ihn dem Jungen und sagte: „Nimm das Pferd, das draußen bereitsteht, und reite zum Markt und verkaufe diesen Ring. Du musst unbedingt den bestmöglichsten Preis dafür erzielen, und verkauf ihn auf keinen Fall für weniger als ein Goldstück.“
Der Junge nahm den Ring und machte sich auf den Weg. Kaum auf dem Markt angekommen, pries er ihn den Händlern an, die ihn mit einigem Interesse begutachteten, bis der Junge den verlangten Preis nannte. Als er das Goldstück ins Spiel brachte, lachten einige, die anderen wandten sich gleich ab, und nur ein einziger alter Mann war höflich genug, ihm zu erklären, dass ein Goldstück viel zu wertvoll sei, um es gegen einen Ring einzutauschen.
Nachdem er das Schmuckstück jedem einzelnen Marktbesucher gezeigt hatte, der seinen Weg kreuzte – und das waren nicht weniger als hundert –, stieg er, von seinem Misserfolg vollkommen niedergeschlagen, auf sein Pferd und kehrte zurück. „Meister“, sagte er, „es tut mir leid. Das, worum du mich gebeten hast, kann ich unmöglich leisten. Vielleicht hätte ich zwei oder drei Silberstücke dafür bekommen können, aber es ist mir nicht gelungen, jemanden über den wahren Wert des Ringes
hinwegzutäuschen.“
„Was du sagst, ist sehr wichtig, mein junger Freund“, antwortete der Meister mit einem Lächeln. „Wir müssen zuerst den wahren Wert des Rings in Erfahrung bringen. Steig wieder auf dein Pferd und reite zum Schmuckhändler. Wer könnte den Wert des Rings besser einschätzen als er? Sag ihm, dass du den Ring verkaufen möchtest, und frag ihn, wie viel er dir dafür gibt. Aber was immer er dir auch dafür bietet: Du verkaufst ihn nicht. Kehr mit dem Ring hierher zurück.“
Und erneut machte sich der Junge auf den Weg. Der Schmuckhändler untersuchte den Ring im Licht einer Öllampe, er besah ihn durch seine Lupe, wog ihn und sagte: „Mein Junge, richte dem Meister aus, wenn er jetzt gleich verkaufen will, kann ich ihm nicht mehr als achtundfünfzig Goldstücke für seinen Ring geben.“ „Achtundfünfzig Goldstücke?“, rief der Junge aus. „Ja“, antwortete der Schmuckhändler. „Ich weiß, dass man mit etwas Geduld sicherlich bis zu siebzig Goldstücke dafür bekommen kann.“
Aufgewühlt eilte der Junge in das Haus des Meisters zurück und erzählte ihm, was geschehen war. „Setz dich“, sagte der Meister, nachdem er ihn angehört hatte. „Du bist wie dieser Ring: ein Schmuckstück, kostbar und einzigartig. Und genau wie bei diesem Ring kann deinen wahren Wert nur ein Fachmann erkennen. Warum irrst du also durch dein Leben und erwartest, dass jeder x-beliebige um deinen Wert weiß?“ Und noch während er dies sagte, streifte er sich lächelnd den Ring wieder über den kleinen Finger der linken Hand.
Quelle: Jorge Bucay, aus „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ – verkürzt und abgeändert RG

 

Wissen ist ein Schatz, den dir keiner nehmen kann …

Der beste Traktor eines großen Bauern ließ sich nicht mehr starten. Alle Reparaturversuche des Bauern und der umliegenden Werkstätten misslangen. Die Zeit drängte, da die Ernte einzubringen war.
Schließlich rang sich der Bauer durch, einen Experten aus der Großstadt zu rufen. Dieser begutachtete kurz den Traktor, öffnete die Motorhaube, drehte an ein paar Schrauben, betätigte den Anlasser und zur großen Freude des Bauern sprang der Traktor umgehend wieder an. Der Motor tuckerte, als wäre er nie kaputt gewesen.
Als der Experte dem Bauern die Rechnung ausschrieb, wurde dieser sehr ärgerlich: „Was, du willst 250 Euro, wo du doch keine 5 Minuten für die Reparatur gebraucht hast!?“
„Lieber Freund“, antwortete der Experte, „für die Reparatur berechne ich dir 10 Euro, für die Anfahrt zu deinem Hof 40 Euro, 200 Euro sind für das Wissen, das notwendig war, um den Fehler wieder beheben zu können!“
Quelle: unbekannt – umgeschrieben RG

 

Das Leiden der Stachelschweine

Eine Gesellschaft von Stachelschweinen drängte sich an einem kalten Wintertage recht nahe zusammen, um sich durch die gegenseitige Wärme vor dem Erfrieren zu schützen.
Jedoch bald spürten sie die gegenseitigen Stacheln, und sie entfernten sich wieder voneinander. Wenn nun das Bedürfnis nach Wärme sie wieder näher zusammenbrachte, wiederholte sich jenes zweite Übel, so dass sie zwischen beiden Leiden hin- und her geworfen wurden, bis sie eine mäßige Entfernung voneinander herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten.
So ist es wohl auch bei den meisten von uns. Auch wenn man sich noch so gern hat, jeder braucht seinen Freiraum. Und diesen muss man erst herausfinden, bis man das Optimum an Nähe und Distanz gefunden hat.
Quelle: Philosoph Arthur Schopenhauer (1788 – 1860)

 

Auf der Suche nach dem Buddha

Buddha reiste durch die Welt, um seine selbsternannten Schüler zu treffen und ihnen von der Wahrheit zu berichten. Wo immer er sich auch aufhielt, immer strömten die Leute, die an sein Wort glaubten, in Scharen herbei, um ihm zuzuhören, ihn zu berühren oder zu sehen, und sei es auch nur dies eine Mal in ihrem Leben.
Vier Mönche, die erfahren hatten, dass der Buddha irgendwann auch nach Vaali kommen würde, luden ihre Siebensachen auf ihre Maultiere und machten sich auf die Reise, die, wenn alles gutging, einige Wochen dauern würde. Einer von ihnen kannte sich nicht gut aus, er heftete sich an die Fersen der anderen. Nach drei Tagen wurde die Gruppe von einem gewaltigen Sturm überrascht. Die Mönche beschleunigten ihr Tempo und gelangten in ein Dorf, wo sie Unterschlupf fanden, bis der Sturm vorbei war.
Der letzte aber erreichte das Dorf nicht rechtzeitig und musste etwas außerhalb Zuflucht im Haus eines Schäfers suchen. Der Schäfer gab ihm Kleidung, Verpflegung und ein Dach über dem Kopf für die Nacht. Bevor er am nächsten Morgen aufbrach, wollte sich der Mönch noch von seinem Wohltäter verabschieden. Doch der Sturm hatte die Schafe verscheucht, und der Schäfer war damit beschäftigt, sie wieder zusammenzutreiben. Der Mönch überlegte, dass seine Mitbrüder eventuell schon das Dorf verlassen hätten und er sie sicherlich nicht mehr einholen konnte, wenn er sich nicht beeilte. Aber es schien ihm unmöglich, seine Reise fortzusetzen und den Schäfer, der ihm Kost und Logis gewährt hatte, seinem Schicksal zu überlassen. Also beschloss er zu bleiben, bis sie gemeinsam alle Schafe wieder eingefangen hätten. Erst drei Tage später konnte er sich eilig auf den Weg machen, um Anschluss an seine Gefährten zu finden.
Auf den Spuren der anderen machte er an einem Bauernhof halt, um seinen Wasservorrat aufzufrischen. Eine Frau zeigte ihm, wo der Brunnen war, und entschuldigte sich, ihm nicht recht behilflich sein zu können, denn sie müsse ihre Ernte einbringen. Während der Mönch sich anschickte, seine Maultiere zu tränken und seine Wasserschläuche zu füllen, schilderte sie ihm, wie schwierig es für sie und ihre Kleinen nach dem Tod ihres Mannes war, die Felder abzuernten, bevor das Korn verdarb. Der Mönch erkannte, dass es die Frau allein niemals schaffen konnte, die gesamte Ernte innerhalb gebotener Zeit einzubringen, aber er wusste auch, dass er, wenn er bliebe, die Spur verlieren und nicht in Vaali sein würde, wenn der Buddha dort ankäme. „Dann sehe ich ihn eben ein paar Tage später“, dachte er, denn er wusste, dass Buddha erst in ein paar Wochen von Vaali aufbrechen würde. Nach drei Wochen war die Ernte eingebracht, und der Mönch begab sich wieder auf die Reise.
Da erfuhr er, dass Buddha Vaali bereits verlassen hatte und zu einem Dorf im Norden
unterwegs war. Der Mönch änderte seine Route und trieb sein Maultier in Richtung dieses Dorfes an. Er hätte dort hinkommen und ihn wenigstens sehen können, doch auf dem Weg musste er einem älteren Paar zu Hilfe eilen, das stromabwärts trieb und ohne seinen Beistand dem sicheren Tod ins Auge geblickt hätte. Als die beiden Alten wieder bei Kräften waren, nahm er seinen Pfad wieder auf, da er wusste, dass Buddha seine Reise fortsetzte.
Zwanzig Jahre lang folgte der Mönch Buddha auf seinem Weg. Jedes Mal, wenn er in seine Nähe gelangte, kam es zu einem Zwischenfall, der seine Reise unterbrach. Immer gab es da jemanden, der seine Unterstützung brauchte und ihn unwissentlich davon abhielt, rechtzeitig bei Buddha einzutreffen.
Schließlich hörte der Mönch, dass Buddha an seinen Geburtsort zurückkehren wollte, um dort zu sterben.
„Das ist meine letzte Gelegenheit“, dachte er bei sich. „Wenn ich nicht selbst sterben will, ohne Buddha vorher gesehen zu haben, darf ich jetzt nicht mehr vom Weg abkommen. Jetzt gibt es nichts Wichtigeres mehr, als Buddha zu treffen, bevor er das Zeitliche segnet. Danach wird es noch genügend Gelegenheiten geben, anderen zu helfen.“ Auf seinem Maultier machte er sich mit dem restlichen Proviant auf die Reise.
Am Morgen, bevor er das Dorf erreichte, stolperte er fast über einen verletzten Hirschen. Er kümmerte sich um ihn, gab ihm zu trinken und bedeckte seine Wunden mit frischer Tonerde. Der Hirsch schnappte verzweifelt nach Luft, da ihm schon mehr und mehr der Atem wegblieb. Aber weit und breit war kein Mensch in Sicht. Behutsam bettete er das Tier gegen einen Felsen, um seinen Weg fortzusetzen, er ließ ihm Wasser und Futter in Reichweite seiner Schnauze da und erhob sich zum Gehen. Er hatte kaum zwei Schritte getan, da wusste er, dass er Buddha nicht vor die Augen treten konnte und im tiefsten Herzen wissen, dass er ein sterbendes Wesen sich selbst überlassen hatte …
Also sattelte er das Maultier wieder ab und blieb, um die arme Kreatur zu pflegen. Die ganze Nacht lang wachte er über den Schlaf des Hirschen, als handelte es sich um ein Kind. Er gab ihm zu trinken und wechselte die Umschläge auf seiner Stirn. Als der Morgen graute, hatte das Tier sich erholt.
Der Mönch stand auf, setzte sich an einen verborgenen Ort und weinte … Schließlich hatte er auch die letzte Gelegenheit verstreichen lassen. „So habe ich Dich nie treffen können“, sagte er laut.
„Such nicht weiter nach mir“, sagte eine Stimme hinter ihm, „denn du hast mich bereits getroffen.“
Der Mönch drehte sich um und sah, wie sich der Hirsch mit Licht füllte und die rundliche Form Buddhas annahm. „Du hättest mich verloren, wenn du mich heute Nacht hättest sterben lassen, um
mich im Dorf zu treffen … Und, was meinen Tod angeht, so sei unbesorgt: Solange es Menschen wie dich gibt, die sich jahrein, jahraus auf die Suche nach mir begeben und unterdessen zugunsten anderer auf ihre eigenen Bedürfnisse verzichten, kann Buddha nicht sterben. Denn genau das ist Buddha. Buddha ist in dir.“
Quelle: Aus „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay